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Zu den Geschichten

Ein raues Herz der Möglichkeiten

Stephanie, 36 Jahre, Niendorf

Moin, ich bin in Hamburg geboren. Genau wie meine Eltern und auch schon meine Großeltern. Die Verbindung mit Hamburg ist daher klar, denke ich. Ich fühle mich als Hamburger Deern sehr mit dem Hafen verbunden, aber auch mit allem, was dazugehört. Dazu gehören für mich die Reeperbahn, der raue Ton, aber auch der Zusammenhalt.

Meine Mutter war eine der ersten deutschen Maschinenschlosserinnen auf der Werft (worauf ich sehr stolz bin), mein Vater Maler und Lackierer. Hamburg ist typisch für die Arbeiterklasse. Selbst die Wohlhabenden sind hier nicht abgehoben. Hamburg hat so viel Geschichte, hat seinen Dialekt, und das, obwohl wir nur so ein kleines Bundesland sind.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr als Museum es hinbekommen würdet, einzufangen, wie Hamburg zwar seine raue, aber auch durchaus herzliche Seite hat. Wie sich hier dreckige Reeperbahn und Punkrock mit der Schickeria vertragen. Hamburger, die auf alle sehr kühl wirken, aber doch sehr herzlich sind und zusammenhalten. Hamburg, das es einer Arbeiterfamilie ermöglicht, trotzdem ein gutes Leben zu führen. Hamburg, das Möglichkeiten bietet und ein kleines Tor zur Welt ist.